Teil eines Werkes 
4. Bd. (1851)
Entstehung
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im Grabe, ſechs Fuß tief unter der grünen, blühenden Erde lag und moderte.

Der Rächer wußte, daß er recht gethan, daß ihn weder Gott noch die Menſchen des vergoſſenen Blutes halber für ſchuldig halten konnten, aber dennoch hatte der eine Gedanke ſeine Seele bis jetzt nie verlaſſen. Wo er auch weilte, wo er auch ging, war Lorrimer's Antlitz an ſeiner Seite. Im ſtillen Walde, in dem Gewühl der volkreichen Stadt, das Phantom verließ ihn nicht, und er fand jetzt ein eigenes, ſchmerzliches unheimliches Vergnügen darin, das Bild ſeines Opfers zu betrachten. Er hatte der Schweſter Schande ge⸗ rächt, aber das Andenken jener Scenen, von denen er im Kloſter, in ſeines Vaters Haus, in den Straßen der Quä⸗ kerſtadt, am Ufer des breiten Stromes Zeuge geweſen, lag wie ein Schatten auf ſeiner Seele.

Während Byrnewood Arlington noch das Bild in ern⸗ ſtem Sinnen betrachtete, öffnete ſich leiſe die Thür, und drei Perſonen traten ein. So vertieft war er aber in ſeinen Schmerz, in ſeine Erinnerung, daß er weder das Erſchließen der Pforte, noch die Schritte der Nähertretenden vernahm. Die alte Dame mit dem jungen Engelsgebild, und das ſchöne Mädchen mit den braunen, üppigen Locken, glitten unbe⸗ merkt, ungeahnt an des Mannes Seite.

„Ha!“ rief dieſer plötzlich, als er ſich nach ihnen um⸗ wandte,„Marie— hab' ich Dich nicht gewarnt, jemals dieſe Schwelle zu betreten?“