Teil eines Werkes 
4. Bd. (1851)
Entstehung
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Inmitten eines freundlich ſtillen Gärtchens, der auf der leiſen Abdachung des zum See niederführenden Hügels lag, ſtieg ein von hohen laubigen Waldbäumen umſchattetes Wohnhaus maleriſch empor. Weinreben ſchlängelten ſich an den hohen, luftigen Fenſtern empor, Blumen und Blüthen ſproſſen auf den duftenden Beeten, und auf dem ſpitzen Gie⸗ beldach flatterten und girrten muntere Taubenpaare.

Das junge Mädchen ſtand ſchweigend ſtill, und ihr Auge ruhte lange, lange auf der freundlichen, vor ihr ausgebrei⸗ teten Landſchaͤft; ach es war wie der Traum einer glücklichen, von der Hand der Liebe errichteten und geheiligten Heimath. Warum entrang ſich ein ſo ſchwerer, ſchmerzlicher Seufzer der Bruſt des ſchönen Mädchens?

Langſam und mit geſenktem Haupte wollte ſie ihren Weg zum See hinunter verfolgen, als leichte Schritte im benachbarten Geſträuche hörbar wurden. Sich gegen den Wald wendend, erblickte ſie zwei weibliche Geſtalten, die auf dem breiten Kiesweg daher geſchritten kamen, der, von dem flachen Lande heraufführend, dem Hauſe zulief.

Eine liebliche Jungfrau geleitete die, ſich auf ihren Arm ſtützende Matrone. Beide waren in tiefer Trauer, und wan⸗ derten langſam dem Hauſe zu, das ſie, wie es ſchien, erſt jetzt bemerkt hatten. Im nächſten Augenblick wurden ſie das in helle Gewänder gekleidete Mädchen gewahr, und kamen mit ſchnelleren, freudigeren Schritten heran.

„Wir haben in dem dichten Walde unſeren Weg ver⸗

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