211 Menſchen ſahen einander mit gleichen Gefühlen von Angſt und Erwartung in die Augen.
„Marie!“ hauchte endlich der Vater, und alle weitern Worte erſtickten in ſeiner Kehle. Er ſtand mit zitternd aus⸗ geſtreckten Händen und bebenden Lippen vor dem Sohn.
„Marie!“ echote Byrnewood mit hohler Stimme. „Vater— hier liegt irgend ein dunkeles Geheimniß verbor⸗ gen. Iſt fie krank! oder— oder“— und ſeine Lippen er⸗ bleichten—„oder iſt es möglich, daß ſie— daß ſie geſtor⸗ ben! laßt mich nicht länger in dieſer gräßlichen Ungewiß⸗ heit— ſagt mir Alles, und wenn es das Schrecklichſte wäre.“
„Weißt Du nicht, Byrnewood, daß Deine Schweſter ſeit vorgeſtern Abend verſchwunden iſt?“ frug langſam und mit leiſer Stimme der alte Kaufmann.
„Seit vorgeſtern Abend?“ wiederholte Byrnewood überraſcht;„wahrlich Vater, als ich— als ich Dich geſtern Abend verließ, war ſie in Deinen Armen.“
„Geſtern Abend?“ ſagte Mrs. Arlington in unbe⸗ grenztem Erſtaunen.
„Byrnewood, von was redeſt Du?“ rief der Kauf⸗ mann— biſt Du ſelbſt nicht volle ſechsunddreißig Stunden entfernt geweſen?“
Byrnewood antwortete nicht, ſondern ſchwankte zu dem Sopha, und begrub dort ſein Geſicht in den Händen. Alle Kräfte ſeiner Seele und ſeines Geiſtes auf den einen Punkt
——


