ſieh— er ſtirbt— und das meinetwegen; o allmächtiger Gott, meinetwegen.“
„Pſt Marie,“ flüſterte Betty, ihr Antlitz tief bewegt abwendend—„hörſt Du nicht ferne Schritte! ſeine Quä⸗ ler nahen, wir müſſen fort, oder wir werden entdeckt.“
„O Beſſie— führe mich zu Lorraine— um des Hei⸗ lands Willen, führe mich zu ihm;— er wird das Schreck⸗ liche nicht geſchehen laſſen. Irgend ein fürchterliches Ge⸗ heimniß lagert ſich mit ſeinen dunkelen Fittichen auf meiner Seele— aber Lorraine iſt unſchuldig. Du ſchweigſt Beſſie! Du antworteſt mir nicht?“
„Marie— ich will Dich aus dieſem Hauſe führen,“ ſagte Betty mit haſtiger Stimme, während ſie ihr Geſicht vom Lichte abwandte—„ich will Deinen Bruder retten.“—
Sie bog ſich nieder zu dem Mädchen und hob ſie vom Boden empor. 1
„Er hat mich geliebt, Beſſie, er wuͤrde meinem Bru⸗ der kein Leides widerfahren laſſen. Nein— nein— eben ſo gut wollte ich von Dir Uebeles glauben, als daß ich Ver⸗ dacht auf Lorraine werfen könnte. Es herrſcht hier ein fürch⸗ terliches Geheimniß, ein Wahnſinn hervorrufender Irrthum, den ich noch nicht begreifen, noch nicht ergründen kann, aber Lorraine— Lorraine iſt unſchuldig.“
„Großer Gott, mir blutet das Herz ſie ſo reden zu hören,“ flüſterte Betty, die Unglückliche in das Roſenzim⸗
mer zurückführend—„jedes Wort, das ſie ausſtößt, iſt ein III. 3


