Teil eines Werkes 
3. Bd. (1851)
Entstehung
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24 erkenn doch mich, Deine Schweſter, die Du ſtets ſo treu geliebt. O Gott!“ ſtöhnte ſie, ſeine vollen ſchwarzen Locken aus der marmorkalten Stirn ſtreichend—„er kennt mich nicht— er kennt mich nicht.“

Die Augen des Bruders ſtarrten immer noch, feſt und unverwandt zur Decke empor; er verrieth durch kein Zucken, durch keine Bewegung, daß er die Nähe der Schweſter er⸗ kannte oder ahnte; es war ein Leichnam, ein kalter, ſtarrer Leichnam, und dennoch glühte und lebte in ihm die Seele.

Marie nahm ſeine kalten Hände in die ihrigen, ſie küßte ſeine bleichen, eingefallenen Wangen, ſie bat ihn mit leiſer, leiſer Stimme, aus dem Todesſchlaf, der ihn umgarnt hielt, zu erwachen, und nur ein Zeichen, ein kleines, kleines Zei⸗

„chen zu geben, daß er ſie erkenne, daß er wiſſe ſie kauere an ſeiner Seite; aber vergebens; bewußtlos und ſtarr lag der Körper, und die Augen hafteten feſt an der Decke.

Während ſie dort noch betend und flehend neben dem Bruder kniete, glitt die Geſtalt einer Frau aus dem Roſen⸗ zimmer, und ſtand bald darauf an ihrer Seite. Es war die der langlockigen Betty, und dieſe ſchaute nieder auf das Elend, auf den Jammer, den Lorrimer über die Häupter dieſer Unglücklichen herbeigerufen, und ein kalter Schauer lief ihr über den Leib als ſie ſich ſagen mußte,„ich, ich bin die unſelige— teufliſche Urſache.“

„O Betty— Betty— ſie haben ihn gemordet,“ ſchrie

Marie, als ſie die Frau an ihrer Seite erblickte,„ſieh—