Teil eines Werkes 
3. Bd. (1851)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

7

vor eigenthümlicher, innerer Bewegung einen ganz ſonder⸗ bar und matt glänzenden Schein.

„Sie ſchläft,“ flüſterte er dann, und leiſe hineinſchlei⸗ chend in die Kammer, ſchloß er die Thür, durch die er eben eingetreten, feſt und vorſichtig hinter ſich.

Es war ein weites, geräumiges Gemach, das er jetzt betrat, mit hoher Decke und getäfelten Wänden Eine kleine Lampe brannte auf dem Tiſche, nahe zum Kamin, und warf ihr Licht voll und klar nach jener Stelle, während der übrige Theil des Zimmers in ungewiſſe Dämmerung gehüllt blieb.

Aber wie auf den meiſten Zimmern des Kloſters, ſo lag auch auf dieſem ein gewiſſes düſteres, beklemmendes Etwas, das ſich der Eintretende nicht gleich erklären konnte, das ihn jedoch nichtsdeſtoweniger mit einem unbehaglichen, faſt zu⸗ rückſtoßenden Gefühle erfüllte. Schweres, eichenes Getäfel, maſſive Mahagonymeublen, eine kleine Bettſtelle von dun⸗ kelem Wallnußholz, gegen welche die ſchneeige Weiße der leinenen Ueberzüge faſt zu grell abſtach, ein verſchoſſener, aber weicher Teppich und das Kaminſims, unter dem ein erwärmendes, kniſterndes Feuer loderte, ebenfalls mit altem, wunderlichem Schnitzwerk verziert— das waren etwa die Eigenthümlichkeiten des Gemaches, die noch durch die gänz⸗ liche Abweſenheit von Fenſtern vermehrt, aber keineswegs verbeſſert wurden, denn eine ſchmale, hoch oben angebrachte und mit Glasſcheiben verſehene Oeffnung konnte kaum mit dem Namen eines Fenſters belegt werden, obgleich ſie