Teil eines Werkes 
1. Bd. (1851)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

ihre krampfhafte Bitte zu beachten, fort— ich bin von den⸗ ſelben Laſtern vergiftet, die ſein Herz mit ihren teufliſchen Krallen umſpannt halten— aber höre mich dennoch, All⸗ mächtiger, denn der Schwur, mit dem ich meinen Arm zu Dir erhebe, müßte den ſchwärzeſten Feind der Hölle reinigen. Ich bin der Rächer meiner Schweſter Schande! Sie war rein und ſchuldlos— ſie vertraute und wurde betrogen, aber hier— vor Dir ſchwöre ich, ſie zu rächen.“

„Komm da, was da wolle, mag Gefahr oder Tod ſich in meinen Pfad werfen, durch Armuth und Macht— durch Krankheit und Noth— das ſei mein einziger Zweck in die⸗ ſem Leben— ſein Tod. Er ſterbe durch dieſe Hand— er falle von dieſem Arm, und bei Deinem Namen, bei dieſer Hand— bei dem Feind, der ſich tückiſch in ſeine Seele niſtete, ſchwöre ich es— mein ſei die Rache und ſein Blut— ſein Leben mir, mir, mir verfallen.“

Während er mit immer wachſender Leidenſchaft und Heftigkeit dieſe Worte ſprach, und die Stimme hohl und geiſterhaft aus den Tiefen ſeiner Bruſt zu kommen ſchien, hatte das ſchöne Mädchen ſeinen Nacken umklammert, und verſuchte mit wildem Schmerzesſchrei ſein Antlitz an ihre Bruſt zu preſſen und den Fluch von des— ach immer noch geliebten Mannes Haupt abzuwenden.

Für den Augenblick gelang ihr dieß, und Lorrimer hatte indeſſen ſtill und bleich— keiner Bewegung mehr fähig,