291 hatte ſich dieſer vorübergehende Wahnſinn, als ein fürchter⸗ liches Erbtheil fortgepflanzt.
Lorrimer war ihm erſt einmal in ſeinem Leben, an ſei⸗ nes Vaters Sarg, unterworfen geweſen, jetzt aber, als er niederſtarrte auf den knieenden jungen Mann, der die halb bewußtloſe Geſtalt der Schweſter in ſeinen Armen unter⸗ ſtützte, fühlte er, wie es ihm ſiedendheiß nach Herz und Hirn hinaufſtrömte, und er wußte, wie im nächſten Augenblick wild und unaufhaltſam der Geiſt des Wahnſinns über ihn kommen, und in wirren— kaum geregelten Worten ſeinen Lippen entſtrömen würde.
Da hob Byrnewood die Rechte drohend empor zu dem Gott, dem er jetzt den Schwur ſeiner Rache brachte, und ſein ganzer Körper zitterte, als er, mit der fürchterlichſten Erregung, ſichtbar in allen ſeinen Bewegun⸗ gen, und mit lauter, wenn auch noch zitternder, unge⸗ wiſſer Stimme ausrief:
„Höre mich Gott, zu dem ich jetzt mit dieſer Hand, mein Herz, meine Seele erhebe— höre mich— höre mei⸗ nen Fluch, den ich auf das Haupt, auf das verbrecheriſche Haupt jenes Buben hinabſchleudere.“
„Byrnewood,“ flehte das Mädchen, ihr Antlitz an ſei⸗ ner Bruſt verbergend—„Byrnewood— fluche ihm nicht. — Das unrecht iſt geſchehen, aber Bruder— Bruder— lenke keinen Fluch auf ſein ſchuldiges Haupt.“
„Ich bin fündhaft, o Gott,“ fuhr jedoch dieſer, ohne 19*


