Teil eines Werkes 
1. Bd. (1851)
Entstehung
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der Stärke einer Wahnſinnigen von ſeiner umarmung— „Ich bin der Schande verfallen— Du biſt rein— o rühre mich nicht an— laß mich, laß mich— meinem Schickſal— o meide— meide meine Nähe.“

Sie entfloh aus ſeinen Armen und ſank, zuſammen⸗ kauernd in einer Ecke des Roſenzimmers nieder, während ſie ihre Hände abwehrend gegen den Bruder ausſtreckte, als

fürchte ſie ſeine leiſeſte Berührung.

„Marie!“ rief Byrnewood da, mit ſo herzlicher, lie⸗ bender Stimme, wie ſie in ihren geheimſten Herzenstiefen, aus den Tagen der Kindheit wiederhallte—„Marie— wende Dich nicht ſo von mir ab— o komm zu mir Marie — komm zu mir, zu Deinem Bruder.“

Die Worte, der Blick, die zitternde Bewegung ſeiner, für ſie ausgebreiteten Arme, wirkten wie ein Zauber auf das arme Mädchen. Sie hob ſich raſch und leidenſchaftlich em⸗ por, und warf ſich ſchluchzend an die Bruſt des Theueren.

Während aber dunkele Gedanken der Rache ſein Herz durchtobten, drückte er ſie nur liebkoſender, inniger an ſich, und in dem Augenblick des Schweigens, theilten ſich lang⸗ ſam die in das gemalte Zimmer führenden Vorhänge, und Lorrimer erſchien wiederum auf dem Schauplatz. Von Reue erfaß, hatte er in wahnſinniger Eile die Scene ſeines Ver⸗ brechens verlaſſen. Während ſeine Bruſt aber von tauſend einander widerſtrebenden Gefuhlen zerriſſen wurde, verſuchte

er umſonſt die in ihm erwachende Stimme zu übertäuben, I. 19