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mehr der kleinſten, unbedeutendſten Thräne. Laß mich los, Byrnewood— widerſtehe mir nicht— die Stärke der Ver⸗ zweiflung iſt in dieſen Armen— nimm Deine Arme von mir,
und laß mich nicht länger Deine reine Nähe entweihen.“
Es lag etwas ſchrecklich Ernſtes, etwas Fürchterliches in der kalten Ruhe, mit der ſie dieſe Worte ſprach. Sie war nicht länger das zitternde Kind, deſſen Engelsangeſicht die Unſchuld ihres reinen Herzens bekundet; nein, eine neue. Welt hatte ſich demſelben erſchloſſen. Aber keine Welt voll 1 grünender Bäume, voll Silberbäche und Blumen— nein,
ein Chaos von Aſche und modernden Ruinen, ein ſengender Himmel oben, eine verdorrte Einöde unten, lag vor ihr und 4 eine Wildniß von dunkelen, giftigen Nebelſchleiern umſpannte V dieſes Bild des Elends und des Jammers.
Sie war aus der Jungfrau, ein Weib geworden, aber der Mehlthau lag auf ihrer Seele für immer. Das Verbre⸗ chen hatte nicht allein ihren Körper mit Schande gebrannt⸗ markt, ſondern auch, wie die krankhafte Wärme des Treib⸗ 3 hauſes, die Blüthe ihrer Seele zu plötzlicher unnatürlicher Reife getrieben. Es war die Reife zu früher Erfahrung.
In ihrer innerſten Seele fühlte und empfand ſie es, daß ſie entehrt, daß ihre Berührung ſchon Schande ſei, und ihr Aufenthalt unter den Reinen und Schuldloſen, müſſe ein Spott, ein Vorwurf für ſie werden. Ach— ſie litt ſchuld⸗ los, aber dennoch war ſie elend— elend.
„Laß mich los Bruder!“ rief ſie und befreite ſich mit


