„Meine Schweſter!“ flüſterte er dringender, und zog ſie feſter, inniger an ſeine Bruſt.
Ein leichtes Erröthen, das ſich über ihre Wangen und Schläfe ſtahl, kündete das zurückkehrende Bewußtſein. Marie öffnete langſam die Augen, und blickte Secunden lang, er⸗ ſtaunt und faſt unbewußt ihrer ſelbſt umher. Wohl eine Minute verging, ehe ſie fühlte, daß ſie in Byrnewoods Armen läge.
„O Bruder,“ lispelte ſie jetzt— nicht heftig und erſchreckt, nein mit leiſer, bebender Stimme, deren ſanfteſte Accente aber in ihrem Zittern die Verzweiflung kündete, die das Herz der Unglücklichen erfaßt hatte—„o Bruder— verlaß' mich— verlaß' mich. Ich bin Deiner Sorgfalt nicht mehr werth— ich bin— ich bin bös, Bruder Byrnewood — ſehr bös— o Allmächtiger— ich bin verloren.“
„Marie,“ flüſterte Byrnewood, ihren Bemühungen, ſich von ihm loszumachen, widerſtrebend, während ihm Schmerz und Gram die Stimme zu erſticken drohte— „Marie,“ ſprich nicht ſo— ich— ich—
Er konnte nicht weiter, ſein Angeſicht ſank an ihre Bruſt, und die Thränen, um die er ſo lang gefleht und gerungen, kamen endlich.
Er weinte.
„Nicht um mich dieſe Thränen, Bruder— nicht um mich,“ ſagte ſie jetzt mit derſelben gebrochenen Stimme— „ich bin ein entehrtes Ding— Bruder— nicht würdig


