278 Pſt— horch— konnte das der Traum geweſen ſein?— Algernon!“
„Was iſt, Dora?“ frug eine ſchläfrige Stimme,„ich bin müde— was giebt's? was haſt Du mit dem Traum?“
„Ich wurde eben durch den Klang von Stimmen er⸗ weckt— ein Lichtſtrahl flammte durch das Zimmer, und mein Gat— das heißt Livingſtone, ſtand neben dem Bett — und eine kalte— eiskalte Hand berührte meine Wange.“
„Haha— ſehr gut das— wirklich romantiſch. Weißt Du, Dora, daß ich auch geträumt habe! mir war's, als ob ich in dem Parlour bei Dir— das heißt bei Euch, oben im zweiten Stock ſäße, als der alte Burſche hereinkam und den Zettel las, den Du ihm unter die Lampe geſchoben haſt. Hahaha— hörſt Du zu? mir kam es vor, als ob er wäh⸗ rend dem Leſen die ſchönſte ſaftgrüne Farbe annahm, und nachher eine Kleinigkeit in's Gelbe hinüber ſpielte—“
„Pſt— hörſt Du nicht Jemanden athmen im Zim⸗ mer?“
„Unſinn! Dora, Du biſt nervös. Schlaf Liebchen, und ſtöre Deine Ruhe nicht um alle Träume der Welt.— Gute Nacht, Dora!“
Luhk zog den Freund vorſichtig zurück aus dem Zimmer in ſein anſtoßendes Gemach; wo er, als er leiſe und ge⸗ räuſchlos die falſche Thüre geſchloſſen, ſtill und herzlich in ſich hineinkicherte.
„Wenn ſie noch lange ſo fortgefahren wären, hätte ich


