Teil eines Werkes 
3. Bd. (1861)
Entstehung
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welche Sie zu handeln zwangen, wie Sie eben nun einmal gehandelt haben.

Nein, Comteſſe, ſagte der Rittmeiſter, wäh⸗ rend auch der letzte Blutstropfen ſeine Wangen verlaſſen hatte,meine Worte ſollen, ſelbſt Ihnen gegenüber, keine Entſchuldiguug enthalten. Wie ich gehandelt habe, ich konnte nicht anders, ich hätte denn das igene Herz, das Herz der Mutter zerfleiſchen müſſen. Mir blieb nur die Wahl, mich von meinem Bruder loszuſagen und ihn rettungs⸗ los auf der eingeſchlagenen Bahn zu Grunde ge⸗ hen zu laſſen, oder ihn mit ſtarker hülfreicher Hand zu faſſen und mir, der Mutter der Welt zu erhalten. Ich habe dabei gehandelt, wie ich es mit meiner Ehre, mit der Ehre meines Na⸗ mens vereinbarlich hielt daß ich Sie dadurch verloren, Melanie, ſchmerzt mich tief, nicht allein meinet⸗ nein, auch Ihretwegen; aber ſelbſt um dieſen Preis, um den ich mein Leben ſelber gerw und freudig in die Schanze ſchlagen würde ſebſt um dieſen Preis möchte ich das, was ich 3 gethan, nicht ungeſchehen machen.

Von Ihrem Bruder? ſagte Melanie, die den letzten, leidenſchaftlichen Worten des Mannes mit immer wachſender Spannung gelauſcht Sie ſprechen in Räthſeln, Herr Graf. Ich habe