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Tod!“ zürnte ſie, und die dunklen Augen ſprühten Feuer, die Lippen preßten ſich zuſammen, und der kleine Fuß ſtampfte ungeduldig, wild den Boden.
„Und jetzt gerade— jetzt kommt der Brief, wo Georg—— und ich kann nicht fort. Ohne Geld— ohne Paß, eine Frau allein mit ihrem Kinde. An den Stäben darf ich rütteln, an den Stäben, die mich halten, und meinem Zorn darf ich Luft machen, heimlich— heimlich, daß es Nie⸗ mand hört, und das iſt Georgine— das iſt die kühne Reiterin— das iſt die Frau, die ihr Schick⸗ ſal nur deßhalb an dieſen Georg Bertrand feſſelte, weil er noch kühner war, als ſie, und die ſich jetzt von ihm an den Pflug ſpannen läßt, den Acker für das tägliche Brod als Bäuerin zu lockern.“ Ein leiſes Klopfen an der Thür unterbrach ſie, und raſch den Kopf danach umdrehend, rief ſie:„Wer iſt da?“.
„Ich bin's,“ ſagte die Stimme der Wirth⸗ ſchafterin, und zu gleicher Zeit verſuchte eine Hand die Thür zu öffnen, was jedoch der noch vorge⸗ ſchobene Riegel verhinderte.
„Was wollen Sie?“
„Ein fremder Herr iſt da,“ laukete die Ant⸗ wort,„der erſt nach dem Herrn Baron gefragt hat und dann die Frau Baronin zu ſprechen wünſchte.


