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ſeine Frau nur für eine der Arbeiterinnen im Hauſe und nahm gar keine Notiz von ihr; das erhitzte Ge⸗ ſicht, die verſchobene Haube, das alte beſchmutzte Kleid rechtfertigten ihn auch darin vollkommen.„Nur ganz zufällig habe ich Deine Wohnung endlich gefunden, und kann Dir verſichern, daß ich ſchmählich hungrig bin.“
Madame Bomeier, die ſich ſchon durch die Nicht⸗ beachtung gekränkt fühlte, wurde puterroth. Beide Arme ſtemmte ſie in die Seiten und ihrem Gatten einen Dolchblick zuſchleudernd, ſagte ſie:
„Wer iſt der fremde Menſch, Scharle, und was will er hier?“
Scharle war in der tödtlichſten Verlegenheit, denn dem Freunde ſeine„Auserwählte“ in ihrem jetzigen Zuſtande und ſelbſt unter den freundlichſten Verhält⸗ niſſen vorzuſtellen, wäre ihm peinlich geweſen, wie viel mehr denn jetzt, wo ein häusliches Donnerwetter nicht allein am Himmel ſtand, ſondern ſchon grollen⸗ der Donner den unmittelbaren Ausbruch ankündete. Und ſollte, konnte er dulden, daß Thiodolf, von deſſen Familie er ſo freundlich aufgenommen worden, hier in der ſeinigen beleidigt wurde? Das ging unmöglich an. So viel Takt mußte ſeine Frau beſitzen, daß ſie ſich wenigſtens in ſeiner Gegenwart mäßigte


