3
ſchien, als ob ſie nur auf eine günſtige Gelegenheit warteten, um kopfüber in die Straße zu ſtürzen. Dieſe zeigten denn auch noch meiſtens kleine niedere Fenſter, manche ſogar noch mit bleieingefaßten runden Schei⸗ ben und alle trugen durch die Jahre faſt geſchwärzte Ziegeldächer. Aber wie eine Erinnerung aus der Ju⸗ gendzeit heimelte uns der alte Thorwächter mit dem Stelzfuß und ein paar Polizeidiener in einer Art von Stadtſoldatenuniform an, die aber mehr patriarchali⸗ ſchen als andern Werth beſaßen und mit der ganzen Welt im größten Frieden zu leben ſchienen. Der Herr Bürgermeiſter war die geachtetſte Perſönlichkeit, die Frau Bürgermeiſterin die erſte Frau der Stadt. Die Beamten grüßten ſich untereinander genau nach ihrem Rang; die Vorgeſetzten ihren Vorgeſetzten, daß der Hut über den Boden wegfegte, bis er an der andern Seite wieder heraufkam, Gleichgeſtellte achtungsvoll, Untergebene hochnaſig; kurz, die Herren in Danneburg lebten noch ſo unſchuldig in die Welt hinein, als ob es keine Eiſenbahnen und Telegraphen und keine Dampf⸗ kraft auf der Welt gäbe.. Gemüthlich aber wurde das Leben, wenn ſich an 3
ſchönen Abenden die Sonne ihrem Untergang neigte und die Frauen der Mittelklaſſen, in ſchneeweißen
Mützen und Schürzen, mit ihrem Strickſtrumpf oder 4¾


