Teil eines Werkes 
3. Bd. (1864)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Helene verneigte ſich leicht, zog ihre Hand⸗ ſchuhe aus und ging auf das Clavier zu. Jere⸗ mias blieb mit dem Theegeſchirr vor Herrn von Pulteleben ſtehen.

„Und ſind Sie nicht muſikaliſch, würdiger Greis?“ ſagte der junge Mann, indem er zulangte und ſich eine Taſſe bereitete.

„Ich leider nicht,“ meinte Jeremias, indem er zuſah, wie ſich Jener ein Stück Zucker nach

dem andern in die Taſſe warf—„aber ich ſtamme aus einer ganz muſikaliſchen Familie.“ „So?“ „Ja,“ ſagte Jeremias—„ich habe drei

Schweſtern, die ſind alle muſikaliſch, die eine ſchlägt das Clavier, die andere ſpielt das Piano⸗ forte und die dritte iſt Witwe— nehmen Sie nicht noch ein Stückchen Zucker?“

„Ruhig da,“ ſagte Günther, als Helene gerade zu präludiren begann, und Jeremias drückte ſich mit dem jetzt überall herumgereichten Bret zur Thür hinaus.

Helene, die einen vortrefflichen Lehrer gehabt, ſpielte wirklich wunderſchön, und das Beſte dabei, mit tiefem Gefühl— und wie ſeelenvoll tr ſie jetzt das Adagio von Mozart vor, wie kräftig und friſch ſprang ſie zu dem Allegro über, durch