das immer und immer wieder die ſüßen und weh⸗ müthigen Klänge zuckten.
Felix lehnte mit in einander geſchlagenen Armen an dem Fenſter nächſt dem Clavier. Er hatte kalt und gleichgültig bleiben wollen, aber die Töne ſprachen zu mächtig zu ihm. Es war die nämliche Melodie, mit der ihm Helene, als er den letzten Abend unter ihrem Fenſter geſpielt, geantwortet hatte, und jetzt— er deckte ſeine Augen mit der Hand, und Alles, was ihn umgab, ſchwamm in einem wilden, wirren Chaos zuſam⸗ men, aus dem nur die Töne wie Sphärenmuſik zu ihm herüber drangen.
Jetzt ſchwiegen ſie—„Bravo, Bravo, vor⸗ trefflich— wirklich meiſterhaft!“ tönte es von allen Seiten— nur Felix wandte ſich ab und ſchaute ſtumm und ſtill in die dunkle Nacht hin⸗ aus, deren friſcher Luftzug ſeine Schläfe kühlte— die leeren Beifallsphraſen thaten ihm weh. Ein anderer Spieler hatte den Platz am Pianoforte eingenommen— die junge Frau Rohr⸗ land, die eine ſehr hübſche Polka ganz allerliebſt und mit großer Fertigkeit abſpielte. Felix hörte es gar nicht, als eine leiſe Stimme an ſeiner Seite ſagte:
„Sind Sie nicht auch muſikaliſch?“


