Teil eines Werkes 
3. Bd. (1864)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

17

Bericht über die Auction abzuſtatten. Die Frau Gräfin hatte nämlich gehofft, daß er eine ganze Menge ſehr hübſcher, wenn auch vielleicht ſehr unnöthiger Dinge mitbringen würde, und ſah ſich darin eben nicht angenehm getäuſcht.

Jetzt meldete Jeremias wieder einen neuen Gaſt, den Herrn Director von Reitſchen, dem er aber vorher noch einmal, aus Ungeſchicklichkeit oder Malice, die Thür vor der Naſe zumachte, und dann tauſendmal um Entſchuldigung bat.

Günther und Felix waren die Letzten, die er⸗ ſchienen, und Felix in der That noch bis zum letzten Augenblick unſchlüſſig geweſen, ob er gehen oder bleiben ſolle. Ja, noch vor der Thür hatte er des Freundes Arm gefaßt und geſagt:

„Laß mich lieber unten, Günther— es iſt wahrhaftig beſſer, und die Frau da oben mag ihre Nolle weiter ſpielen nach Herzensluſt. Wir ſind ja alle mit einander Komödianten auf dieſer wunderlichen Weltbühne, und die Geſellſchaft be⸗ trügt entweder ſelber oder verlangt dringend, be⸗ trogen zu werden— warum ihr alſo den Spaß verderben?”“.

„Ich würde Dir trotzdem zureden, mit hinauf zu kommen,“ ſagte Günther,„wenn ich nicht heute zufällig gehört hätte, daß dieſe Abendgejollichaf

Fr. Gerſtäcker, Die Colonie. III.