die Thür des Zimmers aufging und Eliſe auf der Schwelle ſtand. Sie ſah todtenbleich aus, war aber vollkommen ruhig und ſagte leiſe:„Kommen Sie herein, Herr Könnern, ich habe Ihre Stimme gehört— ich muß mit Ihnen reden.“
„Eliſe, meine arme, arme Eliſe!“ rief Kön⸗ nern, als er das Zimmer betreten hatte und ihre Hand ergriff—„welch ein kalter Reif iſt auf Dein junges Leben gefallen!“
Eliſe barg ihr Antlitz in den Händen und ſtand eine Weile ſchweigend vor ihm. Er legte ſeinen Arm um ſie und zog ſie an ſich— ſie dul⸗ dete es; endlich richtete ſie ſich wieder empor, machte ſich von ihm frei und flüſterte:
„Ich danke Ihnen, Herr Könnern, daß Sie mich noch einmal aufgeſucht haben— der Ge⸗ danke wäre mir ſchrecklich geweſen, auch Sie in jener furchtbaren Stunde ſo verloren zu haben. Jetzt iſt Alles gut, jetzt kann ich ruhig mit Ihnen ſprechen— ruhig von Ihnen Abſchied nehmen...“
„Eliſe,“ bat Könnern, und wollte wieder ihre Hand ergreifen, die ſie ihm aber entzog.
„Laſſen Sie mich ausreden,“ bat ſie—„meine Gedanken ſind ohnedies verwirrt, mein Kopf iſt
mir wüſt und leer— ſo laſſen Sie uns denn we⸗ 19*


