Teil eines Werkes 
2. Bd. (1864)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

faßte ſich gewaltſam, und ſchritt auf das Haus zu. Unten traf er das Mädchen, das in der Küche neben dem Heerde ſaß und roth geweinte Augen hatte.

„Iſt Ihr Fräulein zu Hauſe?“ fragte er leiſe.

„Ja— drin im Zimmer,“ ſagte die Magd, ſcheu zu dem Fremden aufſehend, denn das war ja Einer von Denen, die geſtern dageweſen, wo⸗ nach das Unglück über ihr Haus hereingekommen.

„Kann ich ſie ſprechen?“

„Ich weiß nicht— ſie wird wohl Niemand ſprechen wollen— das arme Kind— ach, bei uns geht's zu!“

„Sind die Eltern bei ihr?“

„Der alte Herr iſt in ſeinem Zimmer und ſchreibt,“ antwortete das Mädchen, ſich die Augen abtrocknend—„er hat die ganze Nacht geſchrieben und iſt in kein Bett gekommen— und die Frau iſt fort— kein Menſch weiß wohin, und ſie ſuchen ſie ſchon ſeit geſtern Abend vergeblich überall. Sie haben'was Schönes angerichtet, und Gott im Himmel verzeih' Ihnen die Sünde!“

„Ich muß das Fräulein ſprechen— gehen Sie hinein— ſagen Sie ihr, daß ein Freund da ſei, der ihr Troſt brächte.“

„Den könnte ſie brauchen,“ ſeufzte das arme