Teil eines Werkes 
2. Bd. (1864)
Entstehung
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denn lange ließ es ſich ja doch nicht mehr geheim halten.

„Wo iſt der Karl?“ fragte ſie ruhig.

„Hier, Fräulein,“ ſagte der junge Burſche, der ſchüchtern an der Thür geſtanden.

„Geh' hinunter in die Stadt und ſuche die Mutter— ſie iſt krank— benachrichtige auch zu⸗ gleich den Arzt, daß ſie in einem heftigen Fieber⸗ anfall das Haus verlaſſen habe. Wenn Du ſie allein nicht gleich findeſt, ſo ſchick' andere Leute nach allen Richtungen aus— Du wirſt aber ſchon von ihr hören— Menſchen werden ſie ſchon hier oder da geſehen haben— lauf', Karl— ſei ge⸗ ſchwind, und— wenn Ihr ſie gefunden habt, ſchick' mir raſch einen Boten voraus, daß ich Euch entgegen komme.“

Karl nickte ſtumm mit dem Kopfe, und ſeine Mütze nehmend lief er in die Stadt hinab, ſo raſch ihn ſeine Füße trugen— aber der Abend verſtrich und er kehrte nicht zurück, und Eliſe ging ſtill und allein in dem öden Zimmer auf und ab. Es war tiefe Nacht, und der Mond ging auf und warf ſein bleiches Licht in zitternden Schatten durch den Orangenbaum, der vor dem Fenſter ſtand; Eliſe ſah es nicht— die Augen auf den Boden geheftet, wanderte ſie die halbe