ſie etwa gegen zwei Uhr Morgens die Hausthür gehen hörte und wußte, daß jetzt Karl zurückge⸗ kehrt ſei. Sie ſchritt zur Thür, und rief:„Karl!“
„Ach, Fräulein, ſind Sie noch auf?“
„Haſt Du keine Spur gefunden?“.
„Wir haben Alles abgeſucht— in allen Häu⸗ ſern nachgefragt, ſie kann— ſie kann ſich nir⸗ gends aufgehalten haben.“
„Sie war in der Stadt?“
„Ja— des Liebel's Mädchen hat ſie geſehen, wie ſie dort am Haus, aber hinten am Garten vorbeigegangen iſt, auf dem kleinen Wege— der—"
„Der?“
„Der nach dem Fluß führt.“
„Nach dem Fluß?“ wiederholte Eliſe, und ſie fühlte, wie ihr das Blut im Herzen ſtockte, aber gewaltſam raffte ſie ſich empor und fuhr leiſe fort: „Und weiter hat ſie Niemand geſehen?“
„Der Mann, welcher die Fähre unten hält, behauptet, es ſei eine Frau in einem weißen Kleide an ſeinem Hauſe vorbeigegangen, immer den Weg entlang; unten, wo die Soldaten liegen, will ſie aber Niemand geſehen haben.“
„Ihr habt nicht ordentlich nachgefragt.“


