Teil eines Werkes 
2. Bd. (1864)
Entstehung
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heimlichten, damit Du Dich nicht ſo ſehr erſchrecken ſollteſt.“

Meier hob den ſtieren Blick langſam zu ſeiner Frau empor, und ſah ſie ſo ſcharf und durch⸗ dringend an, daß ſie ihre Augen zu Boden ſchlagen mußte.

„Es iſt Nichts— gar Nichts?“ ſagte er leiſe. —„Und war er nicht hier— hat er nicht...“

„Unſinn!“ rief aber die Frau jetzt ärgerlich; „ſchwatze dem Kinde Nichts vor, daß es ſich ängſti⸗ gen muß.“

Noch immer haftete des alten Mannes Blick feſt auf ſeiner Frau, und an dem Arm der Toch⸗ ter hob er ſich empor, bis er aufgerichtet vor ihr ſtand— dann ſeine Hand auf Eliſens Schulter legend, und ſich zu ihr wendend, während nur noch ein ſcheuer Blick nach der Frau hinüber⸗ ſchweifte, flüſterte er:

„Glaub' ihr nicht, Eliſe, glaub' ihr nicht. Jahr nach Jahr hat ſie mich eingeſchläfert und mein Gewiſſen erdrückt, daß es nicht ausbrechen konnte an freie Luft. Jetzt iſt's vorbei, jetzt iſt's vorbei! Er iſt gekommen, der Rächer, und die Schuld muß geſühnt werden.“

„Vater!“ rief Eliſe in furchtbarer Angſt— „was iſt geſchehen— was haſt Du 5