„Sie? Meine Frau mit dem da?“ rief Pilger, kaum ſeinen Ohren trauend.
„Ich bin Geiſtlicher,“ ſagte der Braſilianer, ſich hoch emporrichtend,„und nachdem Ihre frü⸗ here Frau den katholiſchen Glauben angenommen hat, habe ich ſie mit Dom Franklin nach dem Ritus unſerer Kirche zu unlöslicher Verbindung zuſammengegeben.“
„Eine verheirathete Frau!“ rief Pilger wieder, dem ſich faſt die Sinne bei dem eben Ge⸗ hörten verwirrten.
„Eine proteſtantiſche Ehe in nach unſeren Ge⸗ ſetzen kein canoniſches Hinderniß,“ ſagte der Geiſt⸗ liche kalt,„und wenn Sie in ein fremdes Land kommen, müſſen Sie ſich auch den da beſtehenden Geſetzen fügen.“
„Bin ich denn wahnſinnig, oder wollen Sie
mich erſt dazu machen?“ ſagte Pilger, und hielt ſich mit beiden Händen ſeine Stirn—„die Frei⸗ heit unſerer Religion iſt uns vom Staate zuge⸗ ſichert, und alle proteſtantiſchen Ehen ſollten un⸗ gültig ſein?“
„Vor dem Geſetze, ja,“ ſagte der Braſilianer, und. ein ſpöttiſches Lächeln zuckte um ſeine Lippen— „als Concubinat laſſen wir ſie gelten, als weiter Nichts. Doch das iſt eine Sache, die ich nicht


