Teil eines Werkes 
2. Bd. (1864)
Entstehung
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fahren und habe gehungert und gedurſtet, nur mit dem Gedanken an Dich— Dich zu retten aus dem Verderben, in das Dich jener Bube gelockt, und jetzt— jetzt haſt Du nicht einmal einen Blick für mich, Grethe?“

„Ich weiß nicht, was Sie Beide nocß in Deutſch zu verhandeln haben,“ miſchte ſich hier der Bra⸗ ſilianer ein,„denn ich verſtehe die Sprache nicht; erlauben Sie mir aber, zu bemerken, mein Herr, daß Sie mit dieſer Frau Nichts weiter im Geheim verhandeln dürfen, ſo lange ich wenigſtens dabei bin, und unter meinem Dache— Sie haben mich doch hoffentlich verſtanden?“

„Mit meiner Frau nicht?“ lachte der Deutſche bitter—„das wäre nicht übel. Außerdem werde ich Sie nicht länger hier beläſtigen; daß auch Sie mir aber noch Rechenſchaft geben ſollen, eine ihrem Manne weggelaufene Frau verſteckt zu haben, darauf können Sie ſich verlaſſen. Komm, Grethe, mir wird die Luft zu ſchwül hier; ich muß fort!“

„Niemand hält Sie,“ ſagte der Braſilianer kalt—„ſo viel aber diene Ihnen außerdem zu wiſſen, daß dieſe Frau nicht mehr die Ihrige iſt, ſondern daß ich ſie vorgeſtern ſchon mit Dom Franklin Braſileiro Lima nach dem Ritus unſerer Kirche verbunden habe.“