Teil eines Werkes 
2. Bd. (1864)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

„fragen Sie die Frau da, welche ohne einen Blutstropfen im Geſichte hinter Ihnen ſteht und ſich mit ihren Augen in den Boden eingraben möchte. Wiſſen Sie, was die Beiden verſchuldet, die Frau da und jener blutige Schuft, der dort ſcheu in die Ecke gekrochen iſt?“

„Mein Herr,“ ſagte der Braſilianer ruhig— „Sie häufen da ſchwere Anklagen auf zwei Leute, welche, was auch früher Ihre Anrechte geweſen ſein mögen, jetzt vollkommen unabhängig unter dem Schutz der braſilianiſchen Geſetze ſtehen und von keinem Menſchen, am Wenigſten von einem fremden Proteſtanten, beleidigt werden dürfen. Bedenken Sie das, oder vielmehr, Sie hätten es früher bedenken ſollen, ehe Sie die Hand an einen braſilianiſchen Bürger legten.“

„Und in niederträchtiger Weiſe hat er mich überfallen!“ rief der Delegado jetzt hinter dem Geiſtlichen vor;„langſam kam ich den Weg ent⸗ lang, der hier nach der Hacienda führt, als dieſer Menſch wie ein Bär über mich her ſtürzte, mich zu Boden ſchlug, würgte und mich dann hieher⸗ ſchleppte. Da müßte ja doch keine Gerechtigkeit mehr in Braſilien ſein, wenn ſich ein braſiliani⸗ ſcher Bürger ſo von einem hergelaufenen Lump behandeln zu laſſen brauchte.“