Teil eines Werkes 
2. Bd. (1864)
Entstehung
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mögen unſern Geiſt den ganzen Tag mit feſtem und entſchiedenem Willen auf einem Punkte feſt⸗ halten bis zum Schlafengehen, ja, bis ſich die müden Augen ſchließen, und Zehn gegen Eins, der Traum ſpringt mit uns nach irgend einer andern Gegend hinüber, und bringt uns die ver⸗ wirrteſten, fremdeſten Bilder— aber nie das Ver⸗ langte.“

„Aber der Geiſt hat mit dem Traume auch gar Nichts zu thun,“ ſagte der Fremde,„ſonſt allerdings wäre er von dieſem abhängig und müßte ihm auf ſeinen Bahnen folgen. Nur mit der Seele harmonirt der Traum, und im Gedächtniſſe hat er ſeine beſonderen Kammern, ſeine eigenen Oertlichkeiten, Scenen und Handlungen, in die er den Geiſt nur zu Zeiten einläßt und in denen dieſer wohl hin⸗ und herwandern, aber ſie nicht feſthalten darf.“ 8

Könnern ſah überraſcht von ſeiner Arbeit zu dem Redenden nieder, der, ſcheinbar ohne auf ihn Acht zu haben, mehr mit ſich ſelber als zu ihm ſprach. Der Kopf wirbelte ihm dabei, wenn er den tollen Gedanken folgen wollte, und er ſagte endlich kopfſchüttelnd: 3

„Aber wie kommen Sie auf ſolche Ideen, und

was haben wir hier überhaupt mit einem Traum Fr. Gerſtäcker, Die Colonie. II. 2