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Menſchen⸗ wie Waarenkenntniſſe brauchſt, und wie leicht kannſt Du darin betrogen werden.“
„Waarenkenntniſſe, Du lieber Gott!“ ſagte die Gräfin;„das Material iſt ſo einfach, daß ſich das gewiß in wenigen Monaten vollſtändig er⸗ lernen läßt. Aber weißt Du ſelber etwas Beſ⸗ ſeres?“
„Ich? Du mein Himmel!“ ſeufzte Helene— „wie ſollte ich Dir rathen können, der noch nie verſtattet wurde, in das praktiſche Leben der Men⸗ ſchen einzugreifen, ja, ſie nur bei demſelben zu beobachten? Lange ſchon hätte ich Unterricht im Franzöſiſchen und Engliſchen gegeben, um mich nur in Etwas nützlich zu machen, aber ſelbſt das haſt Du mir ja nicht einmal geſtattet.“
„Weil es ſich mit unſerer Stellung nicht ver⸗ trägt,“ ſagte die Gräfin finſter—„mit welchem Geſicht hätte ich nur dem Baron entgegentreten können, wenn die„Comteſſe“ den Bäcker⸗ oder Schuſterskindern da drüben Unterricht gegeben hätte?— Das verſtehſt Du nicht, Kind.“
„Und Cigarren machen für Bäcker und Schu⸗ ſter?“ ſagte das junge Mädchen traurig. 4£
„Das iſt etwas ganz Anderes, wir laſſen ſie machen,“ erwiederte die Gräfin raſch—„wir leiten nur die Fabrikation, und wenn wir ſelber„zum


