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die Grafentochter nicht bekommen konnte? Der Menſch war als ein Wüſtling in der ganzen Stadt bekannt und verachtet, und Du, Mutter, Du konn⸗ teſt mir zu einer Verbindung mit ihm rathen, ja, wirfſt mir jetzt noch meinen Starrſinn vor!“
Helene ſtand mit leuchtenden Augen ihrer Mutter gegenüber und die Frau ſchlug faſt ſcheu den Blick vor ihr zu Boden.
„Du denkſt nur an Dich,“ ſagte ſie aber trotz⸗ dem, wenn auch nur mit halblauter Stimme— „was aus Deiner Mutter wird, kümmert Dich nicht.“
„Und hab' ich den Vorwurf wirklich von Dir verdient?“ erwiederte Helene, und ein eigener wehmüthiger Zug zuckte um ihre Lippen—„hab' ich ihn auch da verdient, als ich des wackeren Vollrath Bewerbung ausſchlug, der mich mit einem gebrochenen Herzen verließ und deſſen ganze Liebe ich beſaß? Dachte ich auch da nur an mich, wo ich im Stande war, mir eine beſcheidene Heimath zu gründen, aber Dich auch hätte hülflos zurück⸗ laſſen oder in Verhältniſſe hineinziehen müſſen, von denen ich vorher wußte, daß Du Dich darin unglücklich gefühlt und Vollrath unglücklich ge⸗ macht hätteſt?“
„Nein— nein— ich weiß, Du biſt ein gutes,


