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nicht ſelber verdienen und ſonſt Nichts auf der Welt davon haben ſoll, wie leere Verſprechungen.“
„Der Herr,“ ſagte die Gräfin doch etwas ver⸗ legen,„iſt— ein Verwandter von mir, und zahlt mir alſo keine Miethe.“
„Na, das geht mich Nichts an,“ ſagte der Bäcker,„ob er Ihnen Etwas zahlt. Wenn er bei mir wohnte, würde er zahlen. Alſo Nichts für ungut, aber wenn ich bis Samstag mein Geld nicht bekomme, ſo muß ich Sie, ſo leid mir das thun ſollte, auf die Straße ſetzen und mich an dem ſchadlos halten, was Sie mir für meine zwei⸗ hundert Milreis an Pferden oder Möbeln zurück⸗ laſſen können.“
„Herr Spenker,“ rief die Gräfin auffahrend, „eine ſolche Sprache verbitte ich mir! Wenn Sie
ſich in Ihrem Rechte gekränkt glauben, ſo wenden
Sie ſich an die Gerichte, und wir wollen dann ſehen, ob mir nicht jeder Kaufmann ſelbſt bezeugen muß, daß in einem ſolchen Winkel der Erde, wie wir ihn hier bewohnen, die Ankunft eines Wech⸗ ſels verzögert werden kann— aber ſo lange Sie in meiner Stube ſind, vergeſſen Sie nicht die mir ſchuldige Achtung.“ „Ach was,“ ſagte der Mann mürriſch—„Sie vergeſſen auch immer die mir ſchuldigen zweihun⸗


