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„Aber ſie ſind abgeſchickt,“ rief die Gräfin ungeduldig,„und können jetzt jede Stunde ein⸗ treffen. Sie denken doch nicht etwa, daß ich Ihnen eine Unwahrheit ſagen werde?“
„Nein,“ ſagte der Bäckermeiſter kopfſchüttelnd —„es wäre wenigſtens nicht hübſch, aber damit kommen wir nicht weiter. Das Kurze und Lange von der Sache iſt einfach das, daß ich nicht länger auf die Wechſel warten kann, und es thut mir leid Ihnen das ſagen zu müſſen, Frau Gräfin. Ich bin nur ein Handwerker, und was ich brauche, muß ich mir ſauer genug verdienen; außerdem habe ich Kinder die verſorgt ſein wollen, und das koſtet, wie Sie ebenfalls recht gut wiſſen, viel Geld. Deshalb muß ich das Meinige zu⸗ ſammenhalten— Sie ſind eine zu vernünftige Frau, um das nicht einzuſehen, und ich kann die Milreis nicht hundertweis ausſtehen laſſen.“
„Aber, lieber Freund,„ich kann Sie ja doch nicht eher zahlen, bis mein Wechſel kommt,“ ſagte die Gräfin ungeduldig—„was hilft alſo all das Reden? So nehmen Sie doch nur Vernunft an!“
„Eben weil ich lieber auf die Vernunft hören will, als viele Reden machen, bin ich heute Morgen hergekommen,“ ſagte der Meiſter ruhig, „und wollte Ihnen denn nur anzeigen, Frau


