Teil eines Werkes 
1. Bd. (1864)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

A. Barons wegen die Wäſche zu wechſeln— und der Andere war ja nur ein Clavierſpieler.

Comteſſe Helene dachte nicht ſo. Von dem wilden Ritte war ihr reiches, ſchweres Haar gelöſt und in Unordnung gerathen; ihren Anzug mußte ſie ebenfalls wechſeln, und da ihr dazu keine Kammer⸗ jungfer zu Gebote ſtand, bedurfte ſie einer länger als gewöhnlichen Zeit, um ſich der Geſellſchaft, ſo klein dieſe auch immer ſein mochte, zu zeigen. Oskar, überhaupt heute nicht in der beſten Laune, war entſetzlich ungeduldig geworden und hatte den Klöppel der Klingel ſchon faſt ausgeſchlenkert, um die, wie er glaubte, ſaumſelige Schweſter da⸗ durch etwas raſcher herbeizurufen.

Während Graf Oskar ſogim Zimmer herum⸗ lief und ſeinem Aerger durch verſchiedene Unge⸗ zogenheiten Luft machte, die Gräfin mit dem Baron Jeorgy an einem der Fenſter ſtand, das eine freundliche Ausſicht über die Stadt gewährte, und ein Beider Intereſſen ſehr lebhaft in Anſpruch nehmendes Geſpräch führte, hatte ſich Vollrath an das Inſtrument geſetzt und intonirte leiſe einige Lieblings⸗Melodien Helenen's, theils im einfachen getragenen Thema, theils in geſchickt und künſt⸗ leriſch durchgeführten Variationen.

Es iſt ein trauriges Land,“ ſagte endlich der Baron