Druckschrift 
Blau Wasser : Skizzen aus See- und Inselleben / von Friedrich Gerstäcker
Entstehung
Einzelbild herunterladen

drehten die Matroſen, die nun ſo lange da draußen an Bord Salzfleiſch und harten Schiffszwieback ge⸗ kaut und nichts geſehen hatten als das weite, weite Meer, beim Anrudern den Kopf ſo ſehnſüchtig bald rechts, bald links über die Schultern, das Auge ein⸗ mal wieder an dem ſaftigen friſchen Grün der Bäume zu laben wieder einmal Frauen und Kinder zu ſchauen und das Rauſchen und Flüſtern des Windes im Laub zu hören!

Oh ihr, die ihr auf feſtem Lande lebt und noch nie aus Sicht des heimiſchen Bodens gekommen ſeid, ihr wißt gar nicht welcher unendliche Zauber für den ſeemüden Wanderer allein nur in dem kleinen Wört⸗ chen Land verſchloſſen liegt. Wie leicht ſich das unter der Sohle fühlt, wenn es der ſpringende Fuß zum erſtenmal wieder berührt; wie ſüß die Blumen duften; wie melodiſch die Vögel ſingen; wie wunder⸗ bar gefärbt das alles erſcheint! Ein eigener Zauber liegt auf ſolchem fremden Boden. Wenn aber ſchon der Seemann ſelbſt der unwirthbarſten rauheſten Küſte ihre freundliche Seite abzugewinnen weiß, über das kleine dürftige Heideblümchen jubelt, das er zwiſchen nacktem Felsgeſtein gefunden, und bunte Muſcheln und Kieſel am Strande ſucht, ſie zur Er⸗ innerung mit aufs Schiff zu nehmen wie iſt ihm da