389
„S'iſt doch merkwürdig, wie Einem das bloße Handauflegen ſo durch die Nerven zuckt,“ flüſterte das Mädchen, ſich ängſtlich dabei nach allen Seiten um⸗ ſchauend.„In den Armen und Fingerſpitzen kitzelt's und dehnt's, und vor den Ohren ſummt mir's wie menſchliche Stimmen und Worte. Wenn er ſich nicht bald dreht, lauf ich davon; aber wahrhaftig, er fängt an, ich fühl's, ich fühl's, er regt ſich ſchon, er kommt.“
„Frage nur, frage nur!“ ziſchte und wisperte es da um ſie hin, vom Spieltiſch und Pfeilertiſch her, „frage nur, furchtſames Kind, die Zeit iſt günſtig, die Geiſter ſind wach, und wir Alle dienen Dir, helfen Dir, frage nur.“
Der Tiſch fing ſich jetzt mehr und mehr an zu regen und zu drehen, und das Mädchen mit klopfen⸗ dem Herzen und fliegenden Pulſen folgte ſeiner Bahn.
„Ich habe große Luſt, mich da mitten hineinzu⸗ werfen in den Unſinn,“ kreiſchte da der Eckſchrank, und ſtieß ſeine eine Klappe auf, gegen den Epheu,„ich kann mich ſo oben abheben! Prahlhans von einem Tiſch, Prahlhans!“
„Er geht,“ jubelte Fanny,„ich habe die Kraft,“ und ſie fühlte dabei, wie die Platte unter ihrem Tiſch Leben und Weiche gewann und ſich hob und drängte. „Frage nur,“ kniſterte und wisperte es dann wieder


