Teil eines Werkes 
1. Bd. (1859)
Entstehung
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heimliches aus der blanken polirten Fläche des Maha⸗ goni herauszuleſen und doch, doch lag eben jenes unheimliche Schweigen, jene ſprechende Stille über dem Gemach, die das Herz des jungen Mädchens ängſtlich klopfen machte. Endlich aber bezwang ſie doch das Grauen, das ihr faſt unwillkürlich die Bruſt beengen wollte, und mehr faſt noch eine Ueberraſchung von außen fürchtend, warf ſie ſcheu den Blick über die Schulter zurück, den weiten, düſtern Gang entlang, den ſie eben gekommen, und dann, als ſie dort alles ruhig ſah, heimlich und ſtill in's Zimmer ſchlüpfend, drückte ſie vorſichtig und geräuſchlos die Thür wieder hinter ſich in's Schloß.

Es war, als ob das arme Mädchen etwas Böſes begangen, und doch ſchaute das von Angſt wohl etwas 2 gebleichte aber liebe und freundliche Geſichtchen ſo vertrauungsvoll und unſchuldig in das milde Licht des Mondes auf; man hätte ihm, nicht um's Leben, etwas Unrechtes zutrauen können.

Jetzt ſchien ſie ſich auch endlich von ihrer erſten Befangenheit erholt zu haben, denn plötzlich blieb ſie ſtehen, ſtrich ſich das dunkelbraune volle Haar aus der Stirn und ging dann mit feſtem Schritt gerade auf den in der Mitte des Zimmers ſtehenden ovalen Thee⸗ tiſch zu.

Gerſtäcker, Hell und Dunkel. I. 25

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