es gewußt hätten,— von ihnen würde ihn keiner ver⸗
rathen haben.
Trotzdem war der„Rothe Hirſch“ heute Abend ſchwächer beſetzt als gewöhnlich, denn Manche hatten ſich doch verleiten laſſen ihr Bier heute in der„Krone“ zu trinken, nur um das Leben dort mit anzuſehen. Während indeſſen ein Mädchen mit ein paar jungen Burſchen die Aufwartung im„Hirſch“ beſorgten, ſaß der Wirth mit Dreien von ſeinen Gäſten bei ſeinem gewöhnlichen Abendvergnügen hinter dem Kartentiſch
und ſpielte Skat. Das Spiel ſchien ihn auch zu inter⸗
eſſiren; aber ſeine kleinen lebendigen grauen Augen flogen doch auch zu gleicher Zeit nach allen Seiten des Zimmers, zu überwachen, was um ihn her vorginn— und doch verlor er dadurch keinen Stich, oder machte ſonſt nur den geringſten Fehler.
Kerdelmann war ein noch junger kräftiger Mann,
voon vielleicht acht oder neun und zwanzig Jahren, ein
Bauernſohn aus der braunſchweiger Gegend, der ſich, wie das Gerücht ging, mit ſeinem Vater überworfen hatte und darum hierher gezogen war. Von ſeiner Mutter mußte er aber ein ganz hübſches Vermögen geerbt haben, denn er kaufte in Hollendeik den Gaſt⸗ hof, worin ihm eine alte Tante die Hauswirthſchaft beſorgte. Die alte Tante war eine vortreffliche Köchin,


