Teil eines Werkes 
1. Bd. (1859)
Entstehung
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und derRothe Hirſch bekam bald einen ſo guten Ruf im Lande ſeiner Küche, wie der Eigenthümer deſ⸗ ſelben einen ſchlechten, des ſchon vorerwähnten Wild⸗ pretts wegen.

Kerdelmann kümmerte ſich indeß gar wenig darum

ob ihm die Jäger freundlich geſinnt oder nicht. An Gäſten fehlte es ihm nicht; die reichen Bauern im Dorfe waren ihm auch gewogen und wenn er in ſei⸗ nem Hauſe Tanzmuſik hielt, kamen die hübſcheſten Mädchen aus der ganzen Nachbarſchaft zuſammen. Daß er ſich aber unter dieſen noch keine Frau für ſeine Wirthſchaft ausgeſucht, war ſeine eigene Schuld, ob⸗ gleich es die Mädchen der Herrſchſucht der wirklich unſchuſdigen Tante in die Schuhe ſchoben.

Daß Kerdelmann trotz alle dem ſchon gewählt, davon hatte keine von ihnen eine einzige ausgenom⸗ men auch nur die geringſte Ahnung.

Eben ſchlug es auf der alten ſchwarzwälder Uhr, die noch von dem früheren Beſitzer her im Zimmer hing, neun. Das war die gewöhnliche Zeit, zu der die Spieler, einige hartnäckigere Kartenfreunde abge⸗ rechnet, ihre Marken einlöſten, ihr Bier austranken und nach Hauſe gingen. Auch heute war Kerdelmann um dieſe Zeit frei geworden, ſtrich ſeinen Gewinn ein, und hatte ſich an einen der anderen Tiſche geſetzt, dem