beſtellt, weil er einen Brief erwartet, der gleich beant⸗ wortet werden ſoll. Wenn wir den an Kerdelmann ſchickten?“ „Den rothen Schöffel etwa?“ fuhr Meier auf. „Jawohl,“ ſagte Scholz,„und daß Schöffel ehrlich
iſt, darauf wollte ich meinen eigenen Hals zum Pfande
ſetzen. Außerdem hat er mit dem Kerdelmann früher
einmal einen Streit gehabt, und ich weiß daß er ihm blutig gram iſt. Kann er ihm einen Streich ſpielen
helfen, ſo thut er's gewiß.“ „Bleibt mir mit Eurem Schöffel vom Leibe!“ war die unwillige Aeußerung des Förſters Müller.„Und zudem kennt ihn der Hirſchenwirth zu gut.“ „Ebendarum,“ beharrte Scholz auf ſeinem Vor⸗ ſchlage.„Da wird er ſich über deſſen Rückfall in's Wilderern nicht wundern. Und Schöffel iſt ichlan
genug, ſeine Rolle gut durchzuführen.“
„Kerdelmann iſt ebenfalls ſchlau,“ bemerkte Müller. „Riecht er Lunte, können wir uns heillos blamiren.“ „Die Gelegenheit kommt uns aber ſobald nicht ſo glücklich wieder,“ unterſtützte Wentzel den Vorſchlag des Forſtgehülfen Scholz.„Kerdelmann hat gerade jetzt viele Gäſte zu erwarten und iſt knapp an Wild. Er hat wenigſtens bei mir anfragen laſſen, ob's etwas für ihn gäbe.“


