Teil eines Werkes 
2. Bändchen (1821)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

2

Da ſtand der Ehemann von ſeinem Lager auf, trug den todten Juͤngling hinaus und legte ihn vor ſeiner Mutter Hausthuͤre. Wie man den Leichnam dort fand, entſtand große Trauer; aber als die Leiche in die Kirche ge⸗ tragen wurde, da oͤffnete ſich Sylviens Herz der alten Liebe wieder, ſo es in fruͤher Jugend erfuͤllt; ſie bereute, daß ihre Haͤrte ihm ſein junges Leben geraubt, drang zur Tod⸗

tenbahre hin und neigte ſich uͤber ſein Antlitz

und wie ſie alſo uͤber ihn gebuͤckt ſtand, ward ſie vom großen Herzeleid beſiegt und ſank getdtet auf den Geliebten nieder.

* 1 IAG 8

11.

Koͤnig Frote in Daͤnemark.

in der Zeit, da der Heiland geboren wurde, Koͤnig Frote, der Dritte dieſes Na⸗ mens, in Daͤnemark das Regiment fuͤhrte, da war dieſes Land in tiefem Frieden, und der Koͤnig benutzte ſolche Zeit um Recht und Ord⸗ nung im Reiche herzuſtellen; vor allen Ver⸗ brechen war er aber dem Diebſtahl abhold, drum ließ er an einer Stange ein Stuͤck Gold aufhaͤngen, und drunter ſtand geſchrieben, der⸗

jenige, der es nehme, ſolle mit dem Tode be⸗

ſtraft werden.

1 11