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— 4 10. 9 T. Anal Der— Sieg und ed. Hieron nymus, ein Buͤrgersſohn dzu. Fu⸗
renz, entbrannte einſt in heftige Liebe fuͤr die holde Sylvia, die eines Sehneiders Tochter in ſeiner Vaterſtadt, aber ſo ſchoͤn und zuͤchtig war, wie keine Jungfran der Stadt.
Sylvia erwiederte die Zuneigung des
Juͤnglings, wie es einer ehrbaren Jungfrau
geziemt, und ſo erfreuten ſie ſich einer wah⸗
ren und tugendhaften Liebe, bis endlich die
Mutter des Hieronymus dahinter kam,
und weil ſie beſorgte, er moͤchte ſein Liebchen
zum Weibe nehmen, ſandte ſie ihn alsbald
nach Paris, hoffend, er werde dort ſeine Liebe
vergeſſen; aber dieſe wuchs von Tage zu Tage und er konnte keine andre Freude finden, als wenn er zaͤrtliche Lieder an ſeine Geliebte
dichtete. So vergingen zwei Jahre, und als
Hieronymus wieder heim kam und hoͤrte, daß ſeine Sylvia verheirathet ſey, da ging er unmuthig vor ihrem Hauſe ſpazieren und verabſaͤumte weder bei Nacht noch bei Tage
ihr Zeichen ſeiner noch immer gluͤhenden Liebe zu geben; aber Sylvia benahm ſich, wie es einer tugendhaften Ehefrau zuſteht, that nicht


