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Da erwiederte ein Bruder: git „Nach dem ſollſt du nimmer fragen, denn er hat uns viel Gut geraubt, und iſt heimlich damit fortgezogen.“ Aber Lisbetta entgegnete:: 1 „ Ich hoffe, das iſt nicht wahr.) Da wurden die Bruͤder zornig und verbo⸗ ten ihr bei ſchwerer Strafe den Lorenz je⸗ mals wieder zu nennen; aber Lisbetten wurde es gar ſchwer ums Herz, ſie ging in ihre Kammer, wo ſie ſehr weinte, und, mit er⸗ fiſckter Stimme ausrief: 2 „O mein geliebter Lorenz! wo nalen du fern von mir?“ Solche Klagen führte die Fungfran ſchier
einen Monat, und als ſie immitten einer Nacht
unter bittern Thraͤnen entſchlummert war, da erſchien ihr im Traumgeſicht der blutige Los renz und ſprach ſeufzend zu ihr:
„Wehe uns, Lisbetta, dreimal Weh! du wirſt mich nimmer ſehen, und darfſt nicht nach mir fragen, denn deine Bruͤder haben mich meuchelmoͤrderiſch getoͤdtet, und heute iſt es der dreißigſte Tag, ſeit ſie mich dort im Walde unter eine Linde vergraben haben, de⸗ ren Stamm mit meinem Blute beſpruͤtzt iſt. Drum rufe mich nicht, denn ich kann nicht


