Die rechte Löwenjagd in Algier. 137
nehmen, wenn ſie bis dahin nicht verende, und kehrte mit meinen Leuten zurück, die Alles gehört hatten und gleich mir überzeugt waren, daß ſie uns nicht entgehen könne.
Am 31. vor Sonnenaufgang befand ich mich bereits wieder an der Stelle, wo die Löwin gefallen war, und diesmal begleite⸗ ten mich faſt alle Bewohner des Duar. Ich allein mit meinem Spahi begab mich dahin, wo ich ſie angeſchoſſen hatte, aber ſie war nicht mehr zu ſehen, doch konnten wir leicht ihren Blut⸗ ſpuren folgen. Sie war mehrmals unterwegs geſtürzt. Auch bemerkte ich, daß ſie nur auf drei Beinen gegangen und immer auf die linke Seite gefallen war. Weit konnte ſie nicht ſein, aber Vorſicht konnte nicht ſchaden. Ich ließ jedesmal, wenn wir an einen Buſch kamen, durch meinen Spahi einen Stein hineinwer⸗ fen, um ſie herauszulocken oder doch zum Brüllen zu reizen.
Wir waren über eine Lichtung gegangen, auf der die Löwin lange gelegen, weil ſie ſehr viel Blut da verloren hatte und ich gelangte an den Saum eines ſehr dichten Waldes, in deſſen erſte Büſche der Spahi vor mir einen Stein warf. Da brlllte ſie. Der Erfolg konnte nicht zweifelhaft ſein, da das Thier viel Blut verloren hatte und nur noch drei Füße brauchen konnte. Daran befanden ſich freilich ſtarke Tatzen mit gewaltige Krallen und die mächtigen Zähne waren auch noch zu fürchten.
Das Gebüſch, in welches ſich die Löwin geflüchtet hatte, war ſo dicht, daß, wenn ich hineinging, ich ſie nicht ſehen konnte, ohne ſie zu berühren und dann wurde ich gepackt, ehe ich ſchießen konnte.
Ich geſtehe indeß zu meiner Schande— weil es eine Toll⸗ heit geweſen ſein würde— daß ich hineingegangen wäre, wenn ich kein anderes Mittel gehabt hätte. Aber da lag ja eine ſchöne Lichtung, auf die ich die Löwin herauslocken konnte und dies be⸗ ſchloß ich zu thun.
Ich ließ die Männer und Frauen des Duar Lerifen. damit ſie dem Tode ihrer Feindin beiwohnten, befahl einiges Gebüſch


