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Der Löwenjäger / Jules Gerard. Nach dem Franz. von August Diezmann
Entstehung
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138 Die rechte Löwenjagd in Algier.

anzuzünden, damit das Thier nicht weiter zurückgehen könnte, ließ einige Gewehre laden, die zum Glück da waren und ſchickte vier Araber damit auf einen Baum in der Lichtung mit der Weiſung,

jedesmal auf mein Signal zu ſchießen und großen Lärm zu ma⸗ chen. Einen der Araber, die ſich zu Pferde eingefunden hatten, ſchickte ich dreißig Schritte von der Lichtung mit dem Befehle, da unbeweglich zu halten, bis die Löwin erſcheinen würde und dann im Galopp, etwas von der Seite, damit er mir im Schießen nicht hinderlich ſei, auf mich zuzukommen. Ich ſelbſt ſetzte mich auf die Lichtung einige Schritte vor dem Baume nieder, auf dem meine Schützen ſaßen und behielt meinen Spahi bei mir, damit er mir zur rechten Zeit die Waffen reiche.

Die Zuſchauer, die bis dahin in der Lichtung geſtanden und laut geſchwatzt hatten, zerſtreuten ſich eilig; die Männer kletter⸗ ten auf die höchſten Bäume und die Weiber auf einen Felſen, auf deſſen Gipfel ſie ſich zuſammendrängten. Als die Lich⸗ tung frei geworden war, befahl ich dem Reiter auf ſeiner Hut zu ſein und den Männern auf den Bäumen zu ſchießen. Als die Schüſſe gefallen waren, brüllte die Löwin zornig und nach dem erſten Hurrah der Araber erſchien ſie an dem Saume des Dickichts, von wo ſie ohne Weiteres ſich dem Reiter zuwendete, der bei ihrem Anblicke ſeinem Pferde beide Sporen gab. Ob⸗ gleich ſte nur drei Beine gebrauchen konnte, erſchrak ich doch über ihre erſten Sprünge, die ſie dem Reiker ziemlich nahe brachten. Eine Kugel aus meiner Büchſe, die ſie aus einer Entfernung von vierzig Schritten an den Kopf traf, brachte ſie zum Wanken, doch fiel ſie noch nicht; ſie kam gerade auf mich zu.

Ich hatte Zeit gehabt mein zweites Gewehr zu nehmen und in der Entfernung von zwanzig Schritten erhielt ſie zwei Kugeln

mitten in die Bruſt. Wie vom Blitze getroffen, brach ſie zuſan⸗

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