Die rechte Löwenjagd in Algier. 135
der fehlten und die Heerde ſo ſehr ſich gefürchtet hatte, mußte, wie ſie nicht zweifelten, ein Löwe unter ihr geweſen ſein. Ich empfahl ihnen, am nächſten Tage bei guter Zeit und in ziemlicher Anzahl auf das Gebirge zu gehen, die drei Rinder aufzuſuchen, zwei davon an eine freie Stelle zu ſchleppen, damit ſie den Tag über von den Geiern aufgezehrt würde, den dritten aber liegen zu laſſen und nur mit Zweigen zuzudecken, damit die Geier ihn nicht ſähen.
Am 30. Abends ging ich ſelbſt nach dem Gebirge mit einem
Führer und zwei Männern, die mir die Waffen trugen. Nach
einem einſtündigen Marſche kamen wir an den Knochen vorbei, welche die Geier übrig gelaſſen hatten und da der Löwe auf un⸗ ſerm Wege erſcheinen mußte, wenn er ſich da wieder einfand, be⸗ gab ich mich nach dem Gebüſch, wo das dritte Rind getödtet wor⸗ den war. Ich ließ die Zweige von ihm wegnehmen und über⸗ zeugte mich, daß er noch unberührt war und einen Biß in die Kehle, ſowie einen Klauenhieb an der Schulter hatte, was mir bewies, daß das Thier durch einen jungen Löwen oder eine aus⸗ gewachſene Löwin getödtet worden ſei. Die Fährte war des fel⸗ ſigen Bodens wegen nicht zu ſehen, ich betrachtete alſo die Ein⸗ drücke der Zähne und Klauen genau und ſchloß, daß ich es mit einer ausgewachſenen Löwin zu thun haben werde.
Das gewöhnliche Lager der Löwen in dieſem Gebirge befand ſich in einer Entfernung von etwa achthundert Ellen unterhalb. Ich war überzeugt, daß die Löwin von unten kommen werde, ſchickte die Leute, die mich begleitet hatten, etwa hundert Schritte weiter hinauf und ſuchte mir einen guten Standort. Ich hatte meine Waffen an einen Stein elegt, der mir als bequemer Sitz dienen konnte und wollte mich eben ſetzen, als ich noch einmal in das Thal unten blickte und die Löwin dort gehen ſah. Sie folgte eine Strecke dem Wege, ging dann über eine kleine Fläche und
voon da nach einer Quelle, die ich ſchon lange kannte. Nach einer
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