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Der Löwenjäger / Jules Gerard. Nach dem Franz. von August Diezmann
Entstehung
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Die rechte Löwenjagd in Algier. 133

Während die Araber eine Trage von den Gewehren und Bur⸗ nuſſen bereit machten, verſuchte ich einigermaßen wenigſtens das Blut zu ſtillen, aber der Verwundete kam nun wieder zur Beſin⸗ nung, ſchrie in der grauenhafteſten Weiſe und machte es mir un⸗ möglich, ihn weiter zu verbinden.

Ich will nicht ſagen, welche Zeit wir brauchten und welche Mühe es koſtete, aus dem Dickicht hinaus und wieder in die Schlucht zu gelangen, aber verſichern kann ich, daß unſer Zug impoſant war.

Ich hatte immer geſehen, daß die Araber tief trauerten, wenn Einer der Ihrigen gefallen war und konnte mir alſo ihre Gleich⸗ giltigkeit bei dem Schickſale Amars nicht erklären. Seit dem

Tode des Löwen, und obgleich ſie geſehen, daß ich ihre Glück⸗

wünſche kalt aufnahm und keine Freude über den errungenen Sieg äußerte, hatten ſie ſich weiter nicht um den Verwundeten gekümmert, als daß ſie zu ihm ſagten:So etwas begegnet nur Männern, dann unter einander eifrig über die verſchiedenen Scenen des Drama's, meiſt alle zu gleicher Zeit und laut ſchrei⸗ end, geſprochen. Auch fingen ſie die Geſchichte jedesmal wieder von vorn an, ſobald Jemand aus den benachbarten Duars uns entgegen kam.

Der Jubel der Leute war ſo gewaltig, daß Jeder, der uns begegnete, hätte glauben müſſen, auf der Trage liege der todte Löwe, wenn nicht Amar da von Zeit zu Zeit einen Schmerzens⸗ ſchrei ausgeſtoßen.

Um elf Uhr kamen wir an dem Zelte an, welches man für den Verwundeten beſtimmt hatte. Am nächſten Tage ziemlich früh ging ich zu ihm, und traf da ſeine alte Mutter, ſeinen Bruder und eine große Anzahl Männer und Frauen, die wohl zu ſeiner Familie gehörten, denn ſie dankten mir alle lebhaft dafür, daß ich Amar aus den Klauen des Löwen befreit habe und fragten nach meiner Meinung über ſeinen Zuſtand. Leider habe ich gar