Die rechte Löwenjagd in Algier. 131. Vergebens ſtellte ich ihnen vor, er lebe noch, wir würden ihn nicht
ſehen können, ehe er Einen von uns packe und Einer von uns ſei
gewiß verloren, wenn wir ſchon jetzt hineingingen, während ich
dafür bürge, daß wir ihn am nächſten Tage todt finden würden.
Die Leute legten ohne Weiteres ihre Burnuſſe ab, und forderten mich auf, mich darauf zu ſetzen und zu warten.
Zwei Minuten ſpäter hatte ich die Kleidungsſtücke abgelegt, die mir hätten hinderlich ſein können, Amar meine Büchſe, einem Andern zwei Piſtolen und meinem Spahi ein Gewehr gegeben, das er mir geladen nachtragen ſollte. Dann empfahl ich den Leuten ſich dicht neben mir zu halten und trat mit ihnen und Ro⸗ denburg, der durchaus nicht zurückbleiben wollte, in das Dickicht hinein. Nach funfzehn Schritten trafen wir eine kleine Lichtung, wo jede Blutſpur verſchwunden war. Die Nacht brach ein; es war bereits ſchwer die Fährte des Thieres zu ſehen und unſer Suchen wurde immer gefährlicher, da wir nach einigen Minuten gewiß gar nichts mehr ſahen. Um keine Zeit zu verlieren, ſuchte Jeder nach den Blutſpuren, die wir verloren hatten, ohne indeß die Lichtung zu verlaſſen.
Mit einem Male ging das Gewehr eines Arabers mitten un⸗
ter uns aus Unvorſichtigkeit los; es geſchah uns zwar kein Scha⸗ den, aber der Löwe brüllte nur einige Schritte von uns und alle meine Leute drängten ſich um mich, Amar ausgenommen, der aus Unerfahrenheit oder Selbſtvertrauen ſechs Sohritte von uns an einen Baum ſich gelehnt hatte.
hatte der Löwe mit ſtarrender Mähne und weit auf⸗
geriſſe lem R hen am Rande der Lichtung ſich gezeigt, ſo knallten
sGerdewohl ihm entgegen, ohne ihn zu treffen.
var Amar, der auch nach dem Löwen geſchoſſen, nieder⸗
21„ſein Gewehr zerbrochen, ſein rechter Schenkel zermalmt
ls ich ihm zu Hilfe eilte, ſah ich ſeinen Kopf bereits in dem 9*


