126 Die rechte Löwenjagd in Algier.
ich den Ort gar nicht zu verlaſſen, wo ich mich befand; der Löwe würde ſchon ſelbſt kommen und ſich erſchießen laſſen.
Wie großes Vertrauen ich übrigens auf ſolche Prophezeiun⸗ gen von Marabuts habe, meinte ich doch die Anwendung des Sprichwortes:„Hilf Dir ſelbſt, ſo wird Gott Dir helfen“ könne nicht ſchaden. Ich zog alſo noch denſelben Tag alle mir nöthigen Erkundigungen ein und gab meinen Kundſchaftern Anweiſungen für den nächſten Tag. Sie ſollten mit Tagesgrauen aufbrechen, ein Jeder nach dem ihm bezeichneten Bezirke, und ermitteln, auf welchem Wege der Löwe aus ſeinem Lager heraus zu kommen und auf welchem er früh zurückzukehren pflege.
Der Löwe hatte einen großen Ausflug gemacht, meine Kund⸗ ſchafter fanden keine Spur von ihm, wohl aber von der Löwin, die ſich in einem Walde von etwa zehn Morgen aufhielt. Um ſieben Uhr Abends lauerte ich an der Stelle, wo ſie hervorzukom⸗ men pflegte, um acht Uhr erſchien ſie etwa ſechs Schritte von mir und nach der dritten Kugel war ſie todt.
Ich erwartete, daß der Löwe ſeine Löwin ſuchen und weit um⸗ her ſtreifen werde. Das geſchah; er tödtete dabei ein Maulthier und zwei Rinder in einem Duar, begab ſich dann auf die höchſten Spitzen des Gebirges und entfernte ſich nach Süden zu. Die letzte Spur von ihm war drei Stunden von unſerm Sammel⸗ platze. Um vier Uhr Nachmittags ſtieg ich zu Pferde und ritt da⸗ hin, wo man die Fährte verloren hatte. Nachdem ich mein Pferd zurückgeſchickt hatte, ging ich auf dem Wege hin und her, welchen der Löwe am vorigen Tage betreten hatte und da ich ihn um elf Uhr noch nicht getroffen hatte, die Araber und ihre Hunde in den Duars am Fuße des Gebirges aber gewaltigen Lärm machten, ſchloß ich, der Löwe ſei auf einem andern Wege fortgegangen und kehrte in mein Zelt zurück.
So ging es drei weitere Tage. Am 24. wurde ein Araber
aus einem Duar drei bis vier Stunden füdlich von meinem Zelte


