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Die rechte Löwenjagd in Algier. 125 und lauert am Wege, um Sie anzufallen, ſobald Sie erſcheinen. Auch Räuber können das thun.
Haben Sie zur Nachtzeit ein halbes Dutzend Löwen erlegt, ſo können Sie auch, ohne Ihren Ruf zu gefährden oder die Ach⸗ tung der Araber zu verlieren, Abends, nach Sonnenuntergang zur Jagd ſich einer lebendigen Lockſpeiſe bedienen.
Damit Sie wiſſen, wie Sie ſich bei dieſer Jagd zu beneh⸗ men haben, welche den bereits erwähnten gar nicht gleicht, will ich ein Beiſpiel von meinem letzten Ausfluge erzählen.
Einige Tage nach der Rückkunft der Expeditionscolonne aus Kabylien im Juli 1853 verließ ich Konſtantine, um nach den Aures⸗Bergen zu gehen, wo, wie ich wußte, ein alter Löwe hauſte. Die Eingeborenen, welche durch die erlittenen Verluſte zur Ver⸗ zweiflung getrieben waren, traten eines Tages, zwei⸗ bis drei⸗ hundert Mann ſtark, zuſammen, um den Löwen zu erlegen oder aus der Gegend zu vertreiben. Der Angriff auf denſelben war bei Sonnenaufgang erfolgt; Mittags hatten ſie bereits fünfhundert Kugeln verſchoſſen; die Araber zählten einen Todten und ſechs Verwundete und der Löwe blieb Sieger. Bei meiner Ankunft im Thale Urten am 18. Juli erſchien eine Deputation aus jedem Duar in der Umgegend und ſchlug mir nach den ge⸗ wöhnlichen Klagen einen allgemeinen Angriff vor. Sidi Amar, der Marabut des Ortes, brachte mir ſeinerſeits folgende Verkün⸗ digung:„Wenn es Gott gefällt, Deine Waffen zu ſegnen, ſo werden nach einigen Tagen unſere Frauen und unſere Kinder un⸗ ter dieſem Baume erſcheinen, um die Zähne und Klauen des Uebelthäters zu zählen und die Hand zu küſſen, welche die Ruhe und den Frieden in das Gebirge bringt.“ Nach dieſer Anzeige des Marabut ließ man den Antrag auf allgemeinen Angriff fallen und Alle kehrten mit der Ueberzeugung in ihre Zelte zurück, daß der Löwe verloren ſei. Hätte ich Sidi⸗Amar geglaubt, ſo brauchte


