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Der Löwenjäger / Jules Gerard. Nach dem Franz. von August Diezmann
Entstehung
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118 Die rechte Löwenjagd in Algier. von Müdigkeit einſchlafen und er wartet demnach bis der Augen⸗ blick zum Handeln gekommen iſt,

Unterdeß kommt ſeinerſeits ein Löwe an, der ſein Abendmahl noch nicht genoſſen hat und Hunger verſpürt. Er bemerkt die drei da lauernden Menſchen und legt ſich auch nieder. Man darf nie vergeſſen, daß der Löwe ſeiner Natur nach ſehr faul iſt. Da nun die Menſchen, welche in der Nacht umherſchweifen, öfterer Viehdiebe als Mörder ſind, ſo ſcheint die Löwenmutter ihrem jun⸗ gen Löwen, wenn dieſer allein ſich umſehen will, den guten Rath zu ertheilen:Wenn Du in der Nacht Menſchen triffſt, ſo folge ihnen und thue ihnen nichts zu Leide, wenn ſie ſich ruhig verhal⸗ ten. Menſchenfleiſch iſt dem Rinderfleiſch nicht gleich; die meiſten Menſchen ſind dürr. Du gehſt alſo mit ihnen. Kommen ſie an einen Duar, ſo legſt Du Dich nieder; ſie werden für Dich arbei⸗ ten. Laß ſie das Vieh, das ſie geraubt haben, eine Strecke fort⸗ führen; ſiehſt Du dann auf Deinem Weg einen Bach oder eine Quelle, ſo zeige Dich und verlange Deinen Antheil.

Der Löwe, der dem Rathe folgt, befindet ſich wohl dabei. Statt ſeine Beute eine Viertelſtunde weit zu ſchleppen und dann einen Bach aufzuſuchen, um ſeinen Durſt zu löſchen, haben ſeine Freunde für Alles geſorgt.

Unſer Löwe hat ſich alſo niedergelegt und wartet; die Huude aber, die ſeine Augen ſahen oder ihn witterten, machen einen Höllenlärm, man wird im Duar aufmerkſam und Alle ſind auf. Einige ſchreien, andere ſchießen. Die Frauen zünden die Feuer wieder an und werfen Brände umher. Wenn dies lange ſo fort⸗ geht, kommt der Tag heran, ohne daß die Gefährten des Löwen handeln können. Dieſen drängt der Hunger, er verliert die Ge⸗ duld und denkt:Ich werde mir ſelbſt ein Schaf holen; das iſt nicht ſchwer, und er erhebt ſich. Der Duar liegt an einem Abhange und er geht raſch nach oben. Die Hunde, die ihm nach⸗ ſehen und nachwittern, venden ſich nach dieſer Seite hin. In

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